Der Wunsch-Video-Trend und der Gute Rutsch

Quelle: WikipediaQuelle: Wikipedia

„Der Video-on-Demand-Trend hat unseren medial strukturierten Alltag verändert. Wir sehen unsere Lieblingsserien unter anderen Bedingungen und mit völlig verändertem Anspruch als noch vor ein paar Jahren … „ lese ich auf postmondaen.net .

….. „unseren medial strukturierten Alltag“, huppla, das will ich doch nicht hoffen, dass unser Alltag von den Medien strukturiert wird. Für die meisten, habe ich immer gedacht, wird der Alltag doch von so Sachen wie Arbeit strukturiert, Schlafen, Zähneputzen und Essen nicht zu vergessen. Wer sich den Alltag durch Medien strukturieren lässt, sollte vielleicht mal auf eine einsame Insel gehen oder so …

…. „unsere Lieblingsserien“, huppla Nr. 2 – wer ist da das „Wir“ hinter dem „unsere“? Seit den Tagen von „Mit Schirm, Scharm und Melone“ (Jugendsünde? Müsste ich noch mal reinsehen .. ) habe ich andere Lieblinge als Serien.

… vielleicht schafft man wenigstens, sich das alljährliche Rutschen, das gute, nicht von den Medien strukturieren zu lassen!

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5 Gedanken zu „Der Wunsch-Video-Trend und der Gute Rutsch

  1. puzzleblume

    Mit dem Einvernehmen wider eigenen Ein- und Selbstverständnisses habe ich Probleme, da fühle ich mich ganz widerborstig und möchte den Verwirern und Verunserern möglichst wenig zustimmen, aber dennoch … die Tagesschau war schon meinen Eltern, gleich nach den Essenszeiten und dem Schulbeginn ein wesentliches Strukturelement. Wenn meine Eltern sonntags mit uns ab und zu zum Kaffeetrinken bei einer kinderreichen Verwandtschaft fuhr, dann war klar, dass wir den Sonntagnachmittag hinter schattierenden Gardinen bei Bonanza, kleinen Strolchen und Raumschiff Enterprise verbringen würden, ganz gleich, was draussen passiert. Und wenn ich daran denke, dass man schon seit es die Sportschau gibt, mit nur wenigen jungen Männern eine Verabredung für den späten Samstagnachmittag zustande bekommen konnte, ohne das Gejammer über das Opfer mitpräsentiert zu bekommen, dann muss ich einräumen, dass zwar mein Leben nicht von Fernsehserien diktiert wird, aber ein nicht unbeträchtlicher Teil sogar schon in meiner Kindheit und Teenagerzeit davon geformt wurde, als die meisten nur ARD und ZDF gucken konnten.
    Mit den Kindern haben wir Sonntagvormittags die „Maus“ selten versäumt und ich versuche, mir zu merken, wann „Inspektor Barnaby“ kommt, um mir den anzusehen, falls es dann in den Abend passen sollte – aber umgekehrt, mir „on demand“ Serien zu suchen würde mir höchstens einfallen, wenn ich krank im Bett liege und zum Lesen zu dusselig bin.
    Zum Anspruchsdenken würde ich insofern auch nicken, denn ich habe früher schon gern auf Video aufgezeichnet, um die Werbung überspringen zu können, und wenn es bedeutet, einen Anspruch zu stellen, wenn ich mir aussuchen möchte, was ich an sehe, weil ich es kann, dann mag es eben so heissen.
    Mich stört aber der narzistisch wirkende Kontext einer solchen Überlegung, bei dem ich unwillkürlich das Bild einer Gesellschaft von lauter in ihren ausgesuchten und damit wertbefrachteten medialen Netzen eingesponnenen Egozentiker vor Augen habe, deren Fähigkeit zur Kompromissbereitschaft immer geringer wird, „weil sie es sich wert sind“, obwohl der Gedanke dahinter vielleicht sogar das Gegenteil bewirken sollte, nämlich sich von den Zeitvorgaben befreien zu können, und Sozialkontakte vor TV-Programm stellen zu können.

    Antwort
  2. Pit

    Hallo Martin,
    ich hoffe, Ihr hattet einen guten Rutsch. Bei uns war es ein gemütlicher Abend zu zweit. Mit „unseren Video Trends“: etwas American Football und eine weitere Episode von „Foyle’s War“. Das ist eine englische Krimiserie, die uns unheimlich gefällt, weil sie, im Gegensatz zu vielen anderen, sehr „low key“ ist, aber trotzdem ungemein spannend und mit echt guten Charakterzeichnungen.
    Habt’s fein in „good ol‘ Germany“,
    Pit

    Antwort
    1. emhaeu Autor

      Hallo Pit!
      Ja, danke, es ging so, nur eins hat uns die Stimmung verdorben – als wir gegen 2 Uhr morgens das IPad noch mal angemacht haben und uns direkt die lange erwartete Mail vom kalifornischen Court entgegensprang, wo es um die Conservator/Conservatee-Geschichte unserer Tante ging. Keine leichte Kost, auch sprachlich, für leicht benebelte Köpfe ….
      Einen schönen Neujahrstag und das ganze weitere Jahr ebenso! Martin

      Antwort

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