In der Strafkolonie

Diese Erzählung kannte ich noch nicht, obwohl ich ein Kafka-Fan bin. So habe ich eine Bildungslücke geschlossen und gleichzeitig mein erstes Ebook gelesen, und zwar an einem See mitten im Tropenwald. Kein schlechtes Ambiente für diese Kafka-Lektüre, die ja in einem Straflager irgendwo in den Kolonien spielt. Die Handlung erstreckt sich über wenig mehr als ein paar Stunden, dann verlässt Kafkas „Reisender“ fluchtartig die tropische Insel, auf der sich ein in seine Folter-Mord-Maschine verliebter Offizier umbringt, weil er vorhersieht, dass die Maschine aus humantitären Gründen stillgelegt werden wird.

Diese Maschine – ein ausgeklügeltes Ganzkörper-Tätowierungsgerät – steht im Zentrum der Erzählung: Die Mordmaschine und die Liebe des Offiziers zur technisch perfekten tödlichen Folter.

Nichts für zarte Nerven, dabei weit weg von aufgeregten Horror-Effekten. So etwas hat Kafka nicht nötig. Er erzählt kühl, präzise, distanziert und trifft den Leser um so stärker.

Die Illustration ist übrigens von Robert Crumb.

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4 Gedanken zu „In der Strafkolonie

  1. Frau Blau

    obwohl ich in jungen Jahren vergöttert habe, ist er mir danach einfach weggerutscht, die Strafkolonie habe ich auch nie gelesen … habe schon oft überlegt mal wieder in den alten Büchern zu stöbern, aber bei all dem, was sich gerade neben meinem Bett stapelt … Herr Kafka muss warten, trotzdem danke für den Tipp und hab einen schönen Abend
    liebgrüß
    Ulli

    Antwort

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